Die Schreibblockade

– welche Ursachen sie hat und was man dagegen tun kann

Was ist eine Schreibblockade?

Für Schriftsteller gibt es fast nichts Schlimmeres als eine Schreibblockade – erfunden ursprünglich von pfiffigen Verlegern, die dieses Schlagwort der Presse lieferten, wenn bei einem ihrer Zugpferde plötzlich der dichterische Output ausblieb.

Dieser Zustand tritt meist völlig überraschend auf, setzt die Kreativität außer Gefecht und ist daher mindestens ebenso verhasst, wie der Ideenstau oder die Fantasiebremse.

Definiert wird das Phänomen folgendermaßen: Während einer Schreibblockade ist ein kreativ Schreibender vorübergehend, seltener dauerhaft, nicht in der Lage, Texte zu verfassen.

Laut Wikipedia existieren folgende Erscheinungsformen:

  • Es fällt schwer, einen Textanfang zu finden.

  • Der Text wird zwar geplant, es gelingt aber nicht, ihn zu schreiben.

  • Der Schreibprozess wird – oft mehrfach – unterbrochen und häufig auch ganz abgebrochen.

  • Der Verfasserin bzw. dem Verfasser erscheint das bisher Geschriebene als nicht gut genug.

  • Die Ideen und/oder die Formulierungen bleiben aus.

  • Das Schreiben wird als qualvoll empfunden. Häufig treten schon beim Gedanken an die Anfertigung der Arbeit oder beim Anblick des Bildschirms körperliche Symptome wie Unwohlsein oder Nervosität auf, und es werden Vermeidungshandlungen wie Aufräumen, Putzen etc. ausgeführt.

  • Passagen aus fremden Texten werden nicht in eigenen Worten wiedergegeben, sondern es wird wörtlich zitiert. Der eigene Text wird dadurch zu umfangreich, und es entstehen Brüche. Beides führt häufig zum Abbruch.

Wie es zur Schreibblockade kommen kann – eine Ursachenforschung

In Beratungsgesprächen mit blockierten Schreibern ließen sich unter anderem die folgenden Ursachen ausfindig machen:

  • Eine innere Auflehnung gegen diese Anforderung.

  • Fehlende oder unzureichende Konzepte.

  • Der Anspruch, sofort einen fehlerfreien, perfekten Text schreiben zu müssen.

  • Komplexe, aus mehreren „Erzählsträngen“ bestehende und daher schwer überschaubare Struktur der zu schreibenden Texte.

  • Ein „Zuviel“ an zu verschriftlichendem Material oder Unordnung desselben.

  • Eine unzureichende oder falsche Vorstellung von einem künftigen Leser, insbesondere die Befürchtung, kritisch von ihm beurteilt zu werden.

  • Angst zu versagen und sich vor anderen zu blamieren.

  • Psychische Probleme.

Zu Beginn wäre es allerdings wichtig, die eigene Schreibblockade im Detail zu ergründen, um eine individuelle Lösung zu finden: Wann ist sie aufgetreten oder weit wann besteht sie? Bei welchen Textarten tritt sie am häufigsten in Erscheinung? Wann machen sie sich bemerkbar: eher beim Planen oder eher beim Formulieren? Was fällt beim Schreiben leicht und was schwer? Könnten auch psychische Probleme eine Rolle spielen?

Herkömmliche Tipps gegen die gefürchtete Schreibblockade


Nur an störungsfreien Orten schreiben.

Störungen wie Umgebungslärm beseitigen, Handy ausschalten.

Einlesen und Recherche bringt Sicherheit.

Ganz ohne Druck Brainstorming mit Stichpunkten machen.

Freunde in einem lockeren Gespräch zum Thema befragen, um neue Ansätze zu finden.

Inspiration beim Lesen anderer Bücher, Studieren abstrakter Malerei oder Hören von Musik holen.

Vor Beginn des Schreibprozesses in kontemplative Stimmung versetzen. Vielleicht sogar mit einem Ritual, etwa dem Trinken einer Tasse grünem Tee.


Ein kurzes Gedicht zur momentanen Stimmung und Situation verfassen.

Über die Schreibblockade schreiben.

Vom Platz des Wirkens entfernen und ganz etwas anderes machen, etwa eine Runde mit dem Hund drehen.

Druck vermeiden und sich bewusst machen, dass man die Erwartungshaltung anderer erfüllen kann, aber nicht muss.

Gute Ratschläge von Menschen, die nicht selbst schriftstellerisch tätig sind, zum einen Ohr rein, zum anderen Ohr rausgehen lassen.

Insider-Tipps gegen die gefürchtete Schreibblockade

Kommt man bei einem Text nicht und nicht voran, wäscht sogar lieber Geschirr, als sich an den PC zu setzen, passen vielleicht Genre oder Thema nicht. Somit klopft der Verstand dem Autor auf die Finger, weil der vielleicht für das Sachbuch mit dem Titel „So werde ich mein eigener Herr“ einfach nicht das nötige Talent besitzt, aber einen Bestseller verfassen würde, ließe er in einem Krimi perfide Morde passieren und Blut spritzen.

Jeder Mensch hat manchmal Denkblockaden, die beim Mechaniker in einer Schraub-, beim Schriftsteller in einer Schreibblockade enden. Dagegen helfen Spaziergänge an der frischen Luft (Gehirn auslüften!), ein Rätsel lösen (Gedanken in eine andere Richtung lenken bzw. querdenken!) oder eine Dusche nehmen (fließendes Wasser regt die Kreativität an!). Manchmal greift auch der Allerweltstipp: einmal drüber schlafen!

Punkt 3: Immer im Guten vom Text scheiden! Um eine Schreibblockade erst gar nicht entstehen zu lassen, sollte man nie an einer Stelle Schluss machen und das Fortführen vertagen, wo es hakt oder die Geschichte gerade auf eine schwierige Phase zusteuert. Man wehrt sich dann nämlich unbewusst dagegen, weiterzumachen. Also: Immer dann aufhören, wenn’s gerade am schönsten ist!

Infos und Anmeldung zum H2H (Homeoffice to Homeoffice) Schreibcoaching unter gabi_hasmann@yahoo.de – ich freu mich auf euch!

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Gedankenbücher – wenn eine Idee nur eine Idee ist … und bleibt